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Beitrag vom 10 Juli 2009 14:57

Keine »Erwachsenenfreigabe«?

ePetition

Die Masse der ePetitionen geht mit tendenziell eher auf die Nerven. Und vermutlich macht eine Onlinepetitionen zum Thema Videospiele genauso wenig Eindruck auf die Politik, wie schon die (aus Sicht der Unterzeichner) überaus erfolgreiche Petition zum Thema Netzsperren. Die Hoffnung, dass viele Politiker noch mal anfangen nachzudenken und Videospiele für Erwachsene in einem anderen Licht sehen, ist, zumindest bei mir, relativ gering. Trotzdem sollte man meiner Meinung nach als volljähriger Videospieler einen Blick auf die ePetition »Gegen ein Verbot von Action-Computerspielen« werfen. Aber warum eigentlich, wenn die Unterzeichner der Petition eher belächelt werden?

Für mich ist die ePetition ein hervorragender Multiplikator, der vielleicht nicht in erster Linie die Politik aufrüttelt, aber schon mal die Medienwelt. Die beginnt nämlich über das Thema zu berichten und die oft eingleisige Argumentation etwas auseinander zu nehmen und stellt vielleicht auch die ein oder andere ungemütliche Frage an die Urheber der Verbotsideen. Und wenn viele Medien über ein Thema berichten, dann hat vielleicht auch die Politik auf einmal ein offenes Ohr für das, was gerade passiert. Vor allem, so vermute ich das mal, wenn es um mögliche Wählerstimmen oder das eigene Image geht.

Da die Petition aber überhaupt nur einen relativ kleinen Prozentteil der vorhandenen Computer- und Konsolenspiele betrifft, ist die Zahl der potenziellen Mitzeichner eher überschaubar. Kurzum: Die meisten wird es nicht interessieren, oder sie haben es gar nicht erst mitbekommen. Eine Minderheit also, die sich bisher, trotz guter Organisation, nur schlecht wehren kann. Und wer geht beispielsweise schon in Baden-Württemberg nach 22 Uhr ein Bier an der Tankstelle kaufen? Umso wichtiger also jeden zu erreichen, der dazu eine Meinung hat, um die Medienwelle ein bisschen höher werden zu lassen. Also: Hier klicken, den erklärenden Text durchlessen, über die Argumente nachdenken und »unterschreiben« wenn’s gefällt.

Auszug aus dem Petitionstext: In Deutschland gelten schon jetzt die europaweit strengsten Gesetze; Mitte 2008 wurde das Jugendschutzgesetz auf Initiative von Bundesfamilienministerin Ursula von der Leyen noch einmal erweitert. Seit 1. April 2003 versieht die USK (Unterhaltungssoftware Selbstkontrolle) Computer- und Videospiele – analog zu Spielfilmen – mit eindeutigen, auffälligen Alterskennzeichnungen; fünf Prozent der im Jahre 2008 geprüften Spiele sind auf ein erwachsenes Publikum zugeschnitten und werden daher mit “Keine Jugendfreigabe” eingestuft. Diese Kennzeichnung ist ein hoheitlicher Verwaltungsakt durch die Obersten Landesjugendbehörden. Produkte, die den strengen Kriterien nicht genügen, werden nicht gekennzeichnet und können demnach von der Bundesprüfstelle für jugendgefährdende Medien (BPjM) indiziert werden.

Marc Grove
Gespeichert in: Games

3 Kommentare für 'Keine »Erwachsenenfreigabe«?'

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